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Diagnostik

Blutwerte für Longevity: welche zählen und was sie kosten

Von Martin Höllinger· Stand · Lesezeit 13 Minuten

Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Österreich enthält einen festen Laborblock: Blutzucker, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Gamma-GT, bei Frauen zusätzlich das rote Blutbild, dazu Harn. Vier Werte, die in der Longevity-Medizin oft genannt werden, sind nicht dabei: ApoB, Lipoprotein(a), HbA1c und hochsensitives CRP. Zusammen mit Ferritin, Homocystein, Vitamin D und Omega-3-Index kosten sie nach dem Privattarif eines österreichischen Labors mit Blutabnahme und Mehrwertsteuer rund 260 Euro, ohne den Omega-3-Index rund 180 Euro.

Nicht alle acht sind gleich gut begründet. Für Lipoprotein(a) empfiehlt die europäische Fachgesellschaft mindestens eine Messung im Erwachsenenalter. ApoB sagte in einer Auswertung von 389.529 Menschen den Herzinfarkt besser vorher als LDL-Cholesterin. Beim Homocystein dagegen haben 15 kontrollierte Studien gezeigt, dass das Senken des Werts weder Herzinfarkte noch Todesfälle verhindert.

Was die Vorsorgeuntersuchung misst

Der Laborblock ist im Tarif der Österreichischen Gesundheitskasse festgelegt. Er gilt für alle ab 18, einmal im Jahr, ohne Kosten.

Wert Was er zeigt
Blutzucker Momentaufnahme des Zuckerstoffwechsels
Gesamtcholesterin Summe aller Cholesterinfraktionen
HDL-Cholesterin Das Cholesterin auf dem Rückweg zur Leber
Triglyzeride Neutralfette im Blut
Gamma-GT Leberwert, reagiert unter anderem auf Alkohol
Rotes Blutbild (nur bei Frauen) Rote Blutkörperchen und Blutfarbstoff, Hinweis auf Blutarmut
Harn Unter anderem Zucker und Eiweiß

Aus diesen Werten lässt sich mehr herausholen, als auf dem Befund steht. Zieht man das HDL-Cholesterin vom Gesamtcholesterin ab, erhält man das Non-HDL-Cholesterin, also alles Cholesterin in Partikeln, die Gefäße schädigen können. Diese Zahl kostet nichts. In der UK-Biobank-Auswertung weiter unten hing sie für sich genommen ebenfalls mit dem Herzinfarktrisiko zusammen.

Was der Block nicht enthält: einen Langzeit-Blutzucker, einen Entzündungswert, Lipoprotein(a), einen Nierenwert, Vitamine und Hormone.

Acht Zusatzwerte im Überblick

Wert Was er zeigt Referenzbereich Privatpreis
ApoB Zahl der Partikel, die Cholesterin in die Gefäßwand tragen Zielwert je nach Risiko unter 100, 80 oder 65 mg/dl 13,90 €
Lipoprotein(a) Erblicher, eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter 0,25 g/l 29,60 €
HbA1c Blutzucker der vergangenen zwei bis drei Monate 4 bis 6 % (Laborreferenz; Vorstufe ab 5,7 %) 21,60 €
hs-CRP Niedrige Dauerentzündung unter 1 mg/l niedriges Risiko 34,60 €
Ferritin Eisenspeicher Männer 30 bis 300, Frauen 10 bis 150 µg/l 14,30 €
Homocystein Stoffwechselprodukt, abhängig von Folsäure, B6 und B12 unter 15 µmol/l 25,00 €
Vitamin D (25-OH) Vitamin-D-Speicher 50 bis 100 nmol/l 26,30 €
Omega-3-Index Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen häufig genannt: 8 bis 11 % 83,00 €

Referenzbereiche: Gesundheitsportal des Bundes; ApoB-Zielwerte: europäische Leitlinie; hs-CRP: Einteilung von American Heart Association und CDC. Preise: Privattarife eines österreichischen Labors, Stand Jänner 2026. Die Liste nennt Nettopreise; die Beträge hier enthalten die 10 % Mehrwertsteuer. Dazu kommen 12,60 Euro für die Blutabnahme.

Alle acht zusammen kosten nach dieser Liste 248,30 Euro, mit Blutabnahme 260,90 Euro. Ohne den Omega-3-Index sind es 177,90 Euro. Die vier Werte mit der besten Begründung unter den acht, ApoB, Lipoprotein(a), HbA1c und hs-CRP, kommen mit Blutabnahme auf 112,30 Euro.

Die Werte im Einzelnen

ApoB: Partikel zählen statt Fracht wiegen

Jeder Partikel, der Cholesterin in die Gefäßwand tragen kann, trägt genau ein Molekül Apolipoprotein B. Der ApoB-Wert zählt also die Partikel. LDL-Cholesterin misst dagegen, wie viel Cholesterin sie insgesamt geladen haben. Meist laufen beide Werte parallel. Sind viele kleine, wenig beladene Partikel unterwegs, sieht das LDL-Cholesterin besser aus, als die Lage ist.

Marston et al., JAMA Cardiology 2022, werteten 389.529 Menschen der UK Biobank aus, die keine Lipidsenker nahmen, bei einer mittleren Beobachtungszeit von 11,1 Jahren. ApoB, Non-HDL-Cholesterin und Triglyzeride hingen jeweils für sich mit dem Herzinfarktrisiko zusammen. Wurden sie gemeinsam betrachtet, blieb nur ApoB übrig: plus 27 Prozent Risiko pro Standardabweichung.

Die europäische Leitlinie von 2019 führt ApoB als zweites Behandlungsziel neben dem LDL-Cholesterin: unter 100 mg/dl bei moderatem, unter 80 bei hohem, unter 65 bei sehr hohem Risiko. Das sind Ziele für die Behandlung, keine Grenzen zwischen gesund und krank. Für das LDL-Cholesterin nennt das Gesundheitsportal bei geringem Risiko unter 116 mg/dl.

Lipoprotein(a): mindestens einmal im Leben

Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein LDL-ähnlicher Partikel mit einem zusätzlichen Eiweiß. Seine Menge im Blut ist nach dem Gesundheitsportal genetisch festgelegt. Die Konsenserklärung der European Atherosclerosis Society von 2022 stuft es nach genetischen und epidemiologischen Studien an Hunderttausenden Menschen als ursächlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein, auch bei sehr niedrigem LDL-Cholesterin. Hohe Werte gehen außerdem mit Verkalkungen der Aortenklappe einher. Sie empfiehlt, den Wert bei jedem Erwachsenen mindestens einmal zu bestimmen.

Wie viel das ausmacht, zeigt die Women’s Health Study: 27.939 anfangs gesunde Frauen, 30 Jahre Beobachtung. Das Fünftel mit dem höchsten Lp(a) hatte ein um 33 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod als das Fünftel mit dem niedrigsten.

Ein Medikament, das gezielt Lp(a) senkt, ist noch nicht zugelassen. Der Wert hat trotzdem eine Konsequenz: Bei hohem Lp(a) empfiehlt die Konsenserklärung, alle anderen Risikofaktoren früh und konsequent zu behandeln. Bei sehr hohen Werten oder frühen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie hält sie auch die Messung bei Verwandten für sinnvoll.

HbA1c: das Blutzuckergedächtnis

Der Nüchternblutzucker der Vorsorgeuntersuchung ist eine Momentaufnahme. HbA1c ist der Anteil des roten Blutfarbstoffs, an den sich Zucker dauerhaft gebunden hat, und spiegelt den Blutzucker der vergangenen zwei bis drei Monate, mit stärkerem Gewicht der letzten Wochen. Als Referenzbereich des Labors nennt das Gesundheitsportal 4 bis 6 Prozent. Dieser Bereich überschneidet sich mit der Risikozone der Fachgesellschaften: Ein Wert von 5,9 Prozent liegt im Referenzbereich und zugleich im Bereich der Vorstufe. Nach den Kriterien der amerikanischen Diabetesgesellschaft gelten ab 6,5 Prozent als Diabetes und 5,7 bis 6,4 Prozent als Vorstufe.

Das Risiko steigt aber nicht erst an diesen Schwellen. Selvin et al., New England Journal of Medicine 2010, verfolgten 11.092 Erwachsene ohne Diabetes. Gegenüber einem HbA1c von 5,0 bis unter 5,5 Prozent war das Risiko, später an Diabetes zu erkranken, bei 5,5 bis unter 6,0 Prozent fast doppelt so hoch und bei 6,0 bis unter 6,5 Prozent viereinhalbmal so hoch. Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit lag in denselben Gruppen um 23 und 78 Prozent höher. Diese Zusammenhänge blieben bestehen, wenn der Nüchternblutzucker berücksichtigt wurde. Umgekehrt sagte der Nüchternblutzucker Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht mehr vorher, sobald das HbA1c einberechnet war.

hs-CRP: die stille Entzündung

Das C-reaktive Protein steigt bei Infekten und Entzündungen an. Für die Infektdiagnostik liegt der Referenzwert unter 10 mg/l. Die hochsensitive Messung erfasst den Bereich darunter. Leicht erhöhte Dauerwerte sind nach dem Gesundheitsportal ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die gemeinsame Stellungnahme von American Heart Association und CDC teilt ein: unter 1 mg/l niedriges, 1 bis 3 mittleres, über 3 mg/l erhöhtes Risiko. Werte über 10 mg/l sprechen für eine akute Ursache und sagen über das Herz-Kreislauf-Risiko nichts aus.

In der Women’s Health Study war hs-CRP der stärkste der drei untersuchten Werte: Das oberste Fünftel hatte ein um 70 Prozent höheres Risiko als das unterste, gegenüber 36 Prozent beim LDL-Cholesterin. Bei 31.245 Patienten, die bereits Statine nahmen, sagte hs-CRP Herz-Kreislauf-Tod und Gesamtsterblichkeit besser vorher als das LDL-Cholesterin (Ridker et al., Lancet 2023).

Der Wert hat zwei Schwächen. Er ist unspezifisch: Jeder Infekt treibt ihn hoch, weshalb ein auffälliger Wert außerhalb eines Infekts wiederholt gehört. Und anders als für ApoB nennen die Leitlinien keinen Zielwert, auf den hin behandelt wird.

Ferritin: zu wenig und zu viel

Ferritin zeigt die Eisenspeicher. Niedrige Werte sprechen für Eisenmangel, etwa durch Blutverluste. Hohe Werte können auf die erbliche Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose hinweisen. Ferritin ist aber auch ein Akute-Phase-Protein und steigt bei Entzündungen an; ein hoher Wert bedeutet deshalb nicht automatisch zu viel Eisen.

Einen engeren „optimalen“ Bereich für ein langes Leben, wie er in manchen Programmen genannt wird, stützt keine der hier zitierten Quellen.

Homocystein: für die Herzvorsorge ohne Konsequenz

Homocystein entsteht im Eiweißstoffwechsel und wird mithilfe von Folsäure, Vitamin B6 und B12 abgebaut. Werte zwischen 15 und 30 µmol/l gehen meist auf einen Mangel an diesen Vitaminen zurück. Wer erhöhtes Homocystein hat, erkrankt in Beobachtungsstudien häufiger an Herz und Gefäßen.

Die naheliegende Idee, den Wert mit Vitaminen zu senken, ist gründlich geprüft. Die Cochrane-Übersicht von 2017 umfasst 15 kontrollierte Studien mit 71.422 Teilnehmern. B-Vitamine senkten das Homocystein, aber weder die Zahl der Herzinfarkte (Risikoverhältnis 1,02) noch die Sterblichkeit (1,01). Bei Schlaganfällen gab es einen kleinen Vorteil (0,90). Ein Wert, dessen Korrektur das Ergebnis kaum ändert, ist ein schwacher Kandidat für die routinemäßige Herz-Kreislauf-Vorsorge. In anderem Zusammenhang hat er eine Folge: Ein erhöhtes Homocystein kann Anlass sein, einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure abzuklären.

Vitamin D und Omega-3-Index

Beide sind eigene Themen. Für Vitamin D rät die österreichische Initiative Gemeinsam gut entscheiden Erwachsenen ohne Risikofaktor von einem Routinetest ab. Der Omega-3-Index hängt in Beobachtungsstudien mit der Sterblichkeit zusammen; dass sich daran durch Kapseln etwas ändern lässt, haben kontrollierte Studien nicht gezeigt. Er ist zudem mit Abstand der teuerste Wert der Liste.

Referenzbereich, Zielwert, Optimalwert

Drei Begriffe, die auf Befunden und in der Werbung durcheinandergehen.

  • Der Referenzbereich beschreibt, wo die Werte der meisten Gesunden liegen. Das Gesundheitsportal weist bei jedem Wert darauf hin: Man kann außerhalb liegen und gesund sein, und innerhalb liegen und krank.
  • Der Zielwert stammt aus Behandlungsstudien und hängt vom persönlichen Risiko ab. Für ApoB und LDL-Cholesterin gibt es solche Ziele.
  • Der Optimalwert ist kein festgelegter Begriff. Wird er enger gezogen als der Referenzbereich, braucht er einen eigenen Beleg. Für Homocystein zeigt die Cochrane-Übersicht, dass das Senken an Herzinfarkten und Sterblichkeit nichts ändert.

Welche Werte den Aufwand lohnen

Ein Wert ist dann nützlich, wenn er eine Entscheidung verändert. Danach ergibt sich eine Reihenfolge. Sie ist keine Empfehlung, alle Werte regelmäßig messen zu lassen: Dass ein Marker in Kohorten das Risiko vorhersagt, belegt noch nicht, dass seine routinemäßige Messung Gesunden nützt.

  1. Die Vorsorgeuntersuchung nutzen und das Non-HDL-Cholesterin selbst ausrechnen. Kostet nichts.
  2. Lipoprotein(a), mindestens einmal. Von einer Fachgesellschaft empfohlen und weitgehend genetisch festgelegt. Folge eines hohen Werts: die übrigen Risikofaktoren konsequenter behandeln. Schwangerschaft, Wechseljahre und Erkrankungen von Niere, Leber oder Schilddrüse können den Wert verschieben, dann kann eine Wiederholung sinnvoll sein.
  3. HbA1c, weil es schon unterhalb der Diabetesschwelle abgestufte Risiken zeigt, die der Nüchternblutzucker nicht abbildet.
  4. ApoB, wenn es um die Blutfette genauer gehen soll als mit dem Non-HDL-Cholesterin. Mit 13,90 Euro der günstigste Zusatzwert.
  5. hs-CRP als Ergänzung, außerhalb eines Infekts gemessen.

Ferritin beantwortet die Frage nach dem Eisenspeicher, etwa bei Blutarmut im roten Blutbild. Homocystein, Vitamin D und Omega-3-Index haben bei Gesunden ohne Anlass die schwächste Begründung.

Studienlage

Ergebnis Wer und wie viele Vergleich Dauer Gemessen Studientyp Quelle
Gemeinsam betrachtet blieb nur ApoB mit dem Herzinfarktrisiko verbunden: 1,27 je Standardabweichung (1,15 bis 1,40); Non-HDL-Cholesterin und Triglyzeride nicht mehr 389.529 Erwachsene ohne Lipidsenker aus Großbritannien, im Median 56 Jahre; dazu 40.430 Patienten unter Statin höhere gegen niedrigere Blutwerte, keine Zuteilung 11,1 Jahre (Median) Hauptendpunkt: erster Herzinfarkt Beobachtung, Kohorte Marston et al. 2022
ApoB-Zielwerte unter 100, 80 oder 65 mg/dl je nach Risikostufe Empfehlung für Menschen mit Fettstoffwechselstörung entfällt entfällt Therapieziele Leitlinie zweier europäischer Fachgesellschaften Mach et al. 2020
Lp(a) bei jedem Erwachsenen mindestens einmal messen; ursächlicher, stufenloser Zusammenhang zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestützt auf genetische und epidemiologische Studien an Hunderttausenden entfällt entfällt Empfehlung zur Messung Konsenserklärung einer Fachgesellschaft Kronenberg et al. 2022
Oberstes gegen unterstes Fünftel: hs-CRP 1,70 (1,52 bis 1,90), LDL-Cholesterin 1,36 (1,23 bis 1,52), Lp(a) 1,33 (1,21 bis 1,47) 27.939 anfangs gesunde Frauen aus den USA, im Mittel 54,7 Jahre; 3.662 Ereignisse Fünftel der Ausgangswerte, keine Zuteilung 30 Jahre Hauptendpunkt: Herzinfarkt, Eingriff an den Herzkranzgefäßen, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod zusammen Beobachtung, Kohorte; nur Frauen Ridker et al. 2024
Oberstes gegen unterstes Viertel hs-CRP: Herz-Kreislauf-Tod 2,68 (2,22 bis 3,23), Gesamtsterblichkeit 2,42 (2,12 bis 2,77). LDL-Cholesterin: 1,27 (1,07 bis 1,50) und 1,16 (1,03 bis 1,32) 31.245 Patienten unter Statin aus drei Studien, mit Gefäßerkrankung oder hohem Risiko Viertel der Ausgangswerte, keine Zuteilung nach hs-CRP Laufzeit der drei Studien Ereignisse und Todesfälle; gilt für Behandelte, nicht für Gesunde Auswertung dreier randomisierter Studien, von Herstellern finanziert Ridker et al. 2023
Gegenüber 5,0 bis unter 5,5 %: Diabetes 1,86 (1,67 bis 2,08) bei 5,5 bis unter 6,0 % und 4,48 (3,92 bis 5,13) bei 6,0 bis unter 6,5 %; koronare Herzkrankheit 1,23 und 1,78 11.092 Erwachsene ohne Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankung, USA Stufen des HbA1c, keine Zuteilung Nachbeobachtung über viele Jahre seit 1990 bis 1992 Neu diagnostizierter Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tod Beobachtung, Kohorte Selvin et al. 2010
B-Vitamine senken das Homocystein; Herzinfarkt 1,02, Tod aus jeder Ursache 1,01, Schlaganfall 0,90 71.422 Teilnehmer in 15 Studien, mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung Vitamin B6, B9 oder B12 gegen Placebo oder übliche Behandlung mindestens 1 Jahr Herzinfarkt, Schlaganfall, Tod Cochrane-Review randomisierter Studien Martí-Carvajal et al. 2017

In Klammern steht, wo angegeben, das 95-%-Konfidenzintervall.

Österreich

Gratis: Vorsorgeuntersuchung ab 18, einmal jährlich, mit Blutzucker, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeriden, Gamma-GT und Harn, bei Frauen zusätzlich mit rotem Blutbild. Für die gesamte Untersuchung vergütet die Kasse laut Tarif 110 Euro.

Privat: ApoB 13,90 Euro, Lipoprotein(a) 29,60 Euro, HbA1c 21,60 Euro, hs-CRP 34,60 Euro, Ferritin 14,30 Euro, Homocystein 25,00 Euro, Vitamin D 26,30 Euro, Omega-3-Index 83,00 Euro, Blutabnahme 12,60 Euro (Privattarife eines österreichischen Labors, Jänner 2026, inklusive 10 % Mehrwertsteuer). Andere Labors und Ordinationen haben eigene Preise.

Referenzwerte mit Erklärung zu jedem Laborwert führt das Gesundheitsportal des Bundes in seiner Laborwerte-Tabelle.

Häufige Fragen

Was sind die 10 wichtigsten Blutwerte?

Eine verbindliche Liste gibt es nicht. Für Herz und Stoffwechsel, die häufigsten Todesursachen, sind es die Werte der Vorsorgeuntersuchung (Blutzucker, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Gamma-GT, bei Frauen das rote Blutbild) und vier, die sie nicht enthält: ApoB, Lipoprotein(a), HbA1c und hochsensitives CRP.

Welche 5 Blutwerte sind wichtig?

Wenn es fünf sein sollen: Blutzucker oder HbA1c, die Blutfette als ApoB oder ersatzweise Non-HDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) mindestens einmal im Leben, das rote Blutbild und ein Leberwert wie Gamma-GT. Blutzucker und Gamma-GT liefert die kostenlose Vorsorgeuntersuchung, bei Frauen auch das rote Blutbild.

Was kostet ein großes Blutbild in Österreich?

Als Privatleistung verlangt ein österreichisches Labor laut Preisliste vom Jänner 2026 für ein komplettes Blutbild 15,90 Euro, dazu 12,60 Euro für die Blutabnahme, jeweils inklusive 10 % Mehrwertsteuer. Das rote Blutbild allein kostet 8,70 Euro; in der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung ist es für Frauen vorgesehen. Ein Blutbild zählt Blutzellen; Cholesterin, Blutzucker oder Leberwerte gehören nicht dazu und werden extra angefordert.

Was ist der ApoB-Wert?

Apolipoprotein B ist das Eiweiß, das auf jedem Partikel sitzt, der Cholesterin in die Gefäßwand tragen kann. Der Wert zählt also die Partikel, während LDL-Cholesterin die Fracht misst. Die europäischen Leitlinien nennen als Zielwerte unter 100 mg/dl bei moderatem, unter 80 bei hohem und unter 65 bei sehr hohem Herz-Kreislauf-Risiko.

Wie oft sollte man Blutwerte kontrollieren lassen?

Die Vorsorgeuntersuchung steht ab 18 einmal jährlich zu. Lipoprotein(a) ist weitgehend genetisch festgelegt; die Fachgesellschaft empfiehlt mindestens eine Messung, in den meisten Fällen genügt sie. Für die übrigen Zusatzwerte nennen die hier zitierten Quellen bei Gesunden keine feste Frequenz.

Welcher Blutwert zeigt Entzündungen an?

Das C-reaktive Protein. Bei akuten Infekten steigt es stark an, der Referenzwert liegt unter 10 mg/l. Für das Herz-Kreislauf-Risiko wird die hochsensitive Messung verwendet, die auch niedrige Dauerwerte erfasst: unter 1 mg/l gilt als niedriges, 1 bis 3 als mittleres, über 3 als erhöhtes Risiko. Werte über 10 mg/l sprechen für eine akute Ursache.

Zahlt die Kasse ApoB und Lipoprotein(a)?

Im Laborblock der Vorsorgeuntersuchung sind beide nicht enthalten. Das heißt nicht, dass sie immer privat zu zahlen sind: Ob die Kasse eine Bestimmung bei einer konkreten medizinischen Fragestellung übernimmt, etwa bei früher Herzerkrankung in der Familie, klärt die behandelnde Ärztin oder der Arzt. Als privat gewünschte Leistung kosten sie laut Preisliste eines österreichischen Labors 13,90 Euro (ApoB) und 29,60 Euro (Lipoprotein(a)), inklusive 10 % Mehrwertsteuer.

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  • Diagnostik

    Blutwerte, Gesundenuntersuchung, HbA1c, Lipoprotein(a), CRP, Ferritin, biologisches Alter.