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Supplements

Magnesium: Bedarf, Formen und was die Studien zeigen

Von Martin Höllinger· Stand · Lesezeit 11 Minuten

Erwachsene brauchen nach den Referenzwerten für Österreich und Deutschland 300 mg (Frauen) bis 350 mg (Männer) Magnesium am Tag, und die mittlere Zufuhr über das Essen liegt nahe daran: 20 g Sonnenblumenkerne liefern 67 mg, eine Portion gekochter Spinat 92 mg. Ein Mangel ist bei ausgewogener Ernährung selten. Für Präparate empfehlen die Behörden höchstens 250 mg zusätzlich pro Tag; ab 300 mg kann Durchfall auftreten.

Die Frage nach der besten Form wird überschätzt. Citrat, Glycinat und andere organische Verbindungen werden in einzelnen Studien etwas besser aufgenommen als Oxid, eine Übersichtsarbeit hält den Unterschied aber für weniger wichtig als die Dosis. Belegt ist ein kleiner Effekt auf den Blutdruck (minus 2 mmHg). Beim Schlaf gibt es einen kleinen Effekt aus wenigen Studien, dessen Sicherheit gering ist. Gegen Wadenkrämpfe hilft Magnesium nach der Cochrane-Übersicht wahrscheinlich nicht.

Wie viel der Körper braucht und woher es kommt

Ein Erwachsener hat etwa 25 g Magnesium im Körper, 99 Prozent davon in Knochen, Muskeln und anderem Gewebe. Es ist an mehr als 600 Enzymreaktionen beteiligt, an der Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel, am Herzrhythmus und am Knochenaufbau.

Das Gesundheitsportal des Bundes nennt nach den gemeinsamen Referenzwerten der deutschen und der österreichischen Ernährungsgesellschaft 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg für Männer, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Seit 2021 heißen diese Zahlen Schätzwerte: Der tatsächliche Bedarf lässt sich nicht genau bestimmen, weil es keinen verlässlichen Messwert für den Magnesiumstatus gibt.

Balkengrafik Magnesium pro Portion in mg: Spinat gekocht 150 g 92, Haferflocken 60 g 77, Sonnenblumenkerne 20 g 67, Kürbiskerne 20 g 57, Vollkornbrot 100 g 55, Kartoffeln 250 g 53, Banane 150 g 45, Mineralwasser 1,5 l 45, Milch 150 ml 18Balkengrafik Magnesium pro Portion in mg: Spinat gekocht 150 g 92, Haferflocken 60 g 77, Sonnenblumenkerne 20 g 67, Kürbiskerne 20 g 57, Vollkornbrot 100 g 55, Kartoffeln 250 g 53, Banane 150 g 45, Mineralwasser 1,5 l 45, Milch 150 ml 18
Lebensmittel Portion Magnesium pro Portion pro 100 g
Spinat, gegart 150 g 92 mg 61 mg
Haferflocken 60 g 77 mg 129 mg
Sonnenblumenkerne 20 g 67 mg 336 mg
Kürbiskerne 20 g 57 mg 285 mg
Vollkornbrot 2 Scheiben (100 g) 55 mg 55 mg
Kartoffeln, gegart 250 g 53 mg 21 mg
Banane 150 g 45 mg 30 mg
Mineralwasser 1,5 Liter 45 mg 3 mg
Kuhmilch 150 ml 18 mg 12 mg

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Beispielrechnungen; Werte pro 100 g daraus gerechnet. Das Mineralwasser der Rechnung enthält 30 mg pro Liter, magnesiumreiche Sorten rund 100 mg.

Haferflocken zum Frühstück, zwei Scheiben Vollkornbrot, eine Portion Spinat und eine Handvoll Kerne ergeben zusammen rund 290 mg. Die mittlere Zufuhr liegt in Deutschland laut Nationaler Verzehrsstudie bei 284 mg (Frauen) und 345 mg (Männer) am Tag, also knapp am Schätzwert.

Mangel: selten, schwer zu messen

Bei ausgewogener Ernährung wurde ein Magnesiummangel bei Gesunden bisher nicht beobachtet, schreibt das Gesundheitsportal. Er entsteht fast immer sekundär: durch chronischen Durchfall oder Darmerkrankungen, durch Alkoholmissbrauch, durch Nierenerkrankungen oder durch Medikamente, die die Ausscheidung erhöhen, etwa entwässernde Mittel.

Der Blutwert hilft dabei nur begrenzt. Der Körper hält die Konzentration im Serum zwischen 0,75 und 0,96 mmol/l, indem er Magnesium aus Knochen und Gewebe freisetzt. In Untersuchungen mit unzureichender Zufuhr sank der Wert erst nach mehr als 80 Tagen. Das sind Größenordnungen, keine Regeln für den Einzelfall: Wie schnell der Wert fällt, hängt von der Ursache ab, etwa von Durchfall oder Medikamenten. Wer einen normalen Blutwert hat, kann knapp versorgt sein. Beschwerden, Ursache und Laborwert gehören gemeinsam beurteilt.

Sport erhöht den Bedarf weniger als angenommen. Die Verluste über den Schweiß sind gering, und neuere Studien an Ausdauersportlern fanden keine erhöhte Ausscheidung über die Niere.

Citrat, Glycinat, Oxid, Threonat: was die Formen unterscheidet

Die Verbindungen unterscheiden sich in zwei Punkten, die oft verwechselt werden: wie viel Magnesium sie pro Gramm enthalten und wie viel davon der Darm aufnimmt.

Verbindung Typ Was Studien dazu sagen
Oxid anorganisch Viel Magnesium pro Gramm. In der Vergleichsstudie von Walker kein Unterschied zu Placebo
Citrat organisch In derselben Studie die höchsten Blutwerte nach einem Tag und nach 60 Tagen
Glycinat, Bisglycinat organisch, an die Aminosäure Glycin gebunden Als Aminosäure-Chelat besser aufgenommen als Oxid. Weniger Magnesium pro Gramm, für dieselbe Menge ist mehr Substanz nötig. Eine Schlafstudie mit 155 Personen
Malat, Lactat, Gluconat organisch Zugelassen. Lactat und Gluconat in Studien etwas besser löslich als anorganische Formen
L-Threonat organisch, neuartiges Lebensmittel In der EU mit Höchstmenge und nur für einen Hersteller zugelassen. Eine Studie mit 44 Personen
Aspartat organisch Als Nahrungsergänzungsmittel in der EU nicht zugelassen

Die Vergleichsstudie ist Walker et al. 2003: 46 Gesunde bekamen 60 Tage lang 300 mg Magnesium als Citrat, als Aminosäure-Chelat oder als Oxid. Die organischen Formen wurden besser aufgenommen, Citrat führte zu den höchsten Blutwerten, Oxid unterschied sich nicht von Placebo.

Eine einzelne Studie mit 46 Personen trägt keine Rangliste. Die Übersichtsarbeit von Schuchardt und Hahn fasst zusammen: Manche Studien zeigen eine etwas höhere Aufnahme organischer Salze, andere nicht, und die Art der Verbindung sei weniger bedeutsam als oft gedacht. Wichtiger sind die Dosis und der Ausgangszustand, und mehrere kleine Portionen werden besser aufgenommen als eine große. Die Verbraucherzentrale kommt zum selben Schluss: In der Praxis sei der Unterschied kaum relevant.

Zu Magnesium-L-Threonat, das als Form für das Gehirn vermarktet wird, gibt es eine kontrollierte Studie: 44 Menschen zwischen 50 und 70 mit kognitiven Einschränkungen, zwölf Wochen. Die kognitive Gesamtleistung verbesserte sich gegenüber Placebo deutlich. Eine Wirkung auf den Schlaf ließ sich wegen starker Placeboeffekte nicht beurteilen. Es ist eine einzelne kleine Studie.

Was belegt ist

Blutdruck

Die Metaanalyse von Zhang et al. 2016 fasst 34 placebokontrollierte Studien mit 2.028 Teilnehmern zusammen. Bei einer mittleren Dosis von 368 mg am Tag über drei Monate sank der obere Blutdruckwert um 2,0 mmHg, der untere um 1,8 mmHg. 300 mg über einen Monat reichten für den Effekt. Das ist wenig für den Einzelnen und kein Ersatz für ein Blutdruckmedikament; es ist aber ein in kontrollierten Studien gemessener Effekt.

Schlaf

Zwei Arbeiten, beide mit Vorbehalt. Eine Metaanalyse von 2021 fand in drei Studien mit 151 älteren Menschen mit Schlafstörungen, dass die Einschlafzeit unter Magnesium um 17 Minuten kürzer war als unter Placebo. Die Autoren stufen die Qualität aller drei Studien als niedrig bis sehr niedrig ein und halten die Datenlage für unzureichend, um eine Empfehlung zu tragen.

Größer ist eine Studie von 2025 mit 155 Erwachsenen, die schlecht schliefen: 250 mg Magnesium als Bisglycinat täglich oder Placebo. Nach vier Wochen war der Schweregrad der Schlafstörung in der Magnesiumgruppe um 3,9 Punkte gesunken, in der Placebogruppe um 2,3. Der Unterschied war knapp signifikant, die Effektstärke klein. Am meisten profitierten Teilnehmer, die über die Nahrung wenig Magnesium aufnahmen.

Krämpfe

Die verbreitetste Anwendung hat die schwächste Grundlage. Die Cochrane-Übersicht von 2020 mit 11 Studien und 735 Teilnehmern hält es für unwahrscheinlich, dass Magnesium älteren Erwachsenen einen klinisch bedeutsamen Schutz vor Muskelkrämpfen bietet. Für Krämpfe in der Schwangerschaft sind die Ergebnisse widersprüchlich. Für Krämpfe beim Sport fanden die Autoren keine einzige kontrollierte Studie.

Diabetes, Schlaganfall, Sterblichkeit

Hier gibt es nur Beobachtungsdaten, und sie betreffen Magnesium aus der Nahrung. Eine Metaanalyse von 40 Kohorten mit mehr als einer Million Teilnehmern fand pro 100 mg mehr Magnesium am Tag ein um 19 Prozent niedrigeres Risiko für Typ-2-Diabetes, 22 Prozent weniger Herzschwäche, 7 Prozent weniger Schlaganfälle und eine um 10 Prozent niedrigere Sterblichkeit. Für Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt gab es keinen Zusammenhang.

Magnesiumreiche Kost besteht aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Gemüse. Ob das Magnesium oder die Ernährung insgesamt den Unterschied macht, können diese Studien nicht trennen. Ein Beleg für Kapseln sind sie nicht.

Dosierung und Höchstmenge

  • Aus Präparaten höchstens 250 mg pro Tag, so die Empfehlung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Gemeint ist die Menge zusätzlich zur Nahrung. Eine Marktuntersuchung der Verbraucherzentralen fand 2020, dass 57 Prozent der Produkte darüber lagen.
  • Auf mehrere Portionen verteilen. Das verbessert die Aufnahme und die Verträglichkeit.
  • Auf das elementare Magnesium achten. 1.000 mg Magnesiumcitrat sind nicht 1.000 mg Magnesium. Maßgeblich ist die Zeile „Magnesium“ in der Nährwerttabelle.
  • Aus Lebensmitteln gibt es keine Obergrenze. Gesunde Nieren scheiden den Überschuss aus.

Nebenwirkungen und wer aufpassen muss

Ab etwa 300 mg zusätzlich am Tag können Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden auftreten; das ist die häufigste Nebenwirkung und der Grund für die Höchstmenge. Mengen über 2.500 mg am Tag können zu Blutdruckabfall und Muskelschwäche führen.

Gefährlich wird Magnesium bei eingeschränkter Nierenfunktion. Die Niere kann die Ausscheidung bei Gesunden auf fast 100 Prozent steigern; fällt das weg, steigt der Blutspiegel. Ab 2 mmol/l treten Übelkeit, Erbrechen und Hautrötung auf, über 2,5 mmol/l Störungen von Muskeln und Herz. Ursache sind dann meist magnesiumhaltige Abführmittel oder Mittel gegen Magensäure, nicht Lebensmittel.

Hohe Dosen von Calcium, Eisen, Zink oder Kupfer aus Präparaten können die Aufnahme von Magnesium bremsen. Koffein und Alkohol erhöhen die Ausscheidung über die Niere.

Studienlage

Ergebnis Wer und wie viele Vergleich Dauer Gemessen Studientyp Quelle
Oberer Blutdruckwert minus 2,0 mmHg (0,4 bis 3,6), unterer minus 1,8 mmHg (0,7 bis 2,8) 2.028 Erwachsene mit normalem oder erhöhtem Blutdruck in 34 Studien Magnesium, im Median 368 mg am Tag, gegen Placebo im Median 3 Monate Blutdruck, keine Herzinfarkte oder Schlaganfälle Metaanalyse randomisierter, doppelblinder Studien Zhang et al. 2016
Einschlafzeit 17,4 Minuten kürzer (7,4 bis 27,3). Gesamtschlafzeit plus 16 Minuten, nicht gesichert 151 ältere Erwachsene mit Schlafstörung in 3 Studien Magnesium zum Einnehmen gegen Placebo je nach Studie Schlafdauer und Einschlafzeit Metaanalyse; alle Studien mit mittlerem bis hohem Verzerrungsrisiko, Belege niedriger bis sehr niedriger Sicherheit Mah und Pitre 2021
Schweregrad der Schlafstörung minus 3,9 Punkte (minus 5,8 bis minus 2,0) gegen minus 2,3 unter Placebo (minus 4,1 bis minus 0,4); p = 0,049, kleiner Effekt 155 Erwachsene von 18 bis 65 mit selbst berichtetem schlechtem Schlaf 250 mg Magnesium als Bisglycinat gegen Placebo 4 Wochen Fragebogen zur Schlafstörung; keine Messung im Schlaflabor Randomisiert, doppelblind Schuster et al. 2025
Zahl der Krämpfe pro Woche: minus 0,18 (minus 0,84 bis 0,49), kein gesicherter Unterschied. Mehr leichte Nebenwirkungen, vor allem Durchfall 735 Personen in 11 Studien; für den Krampfvergleich bei Älteren 307 in 5 Studien Magnesium gegen Placebo 4 Wochen Hauptendpunkt: Veränderung der Krampfzahl; bei Schwangeren uneinheitliche Ergebnisse Cochrane-Review, Belege mäßiger Sicherheit Garrison et al. 2020
Je 100 mg mehr Magnesium am Tag aus der Nahrung: Diabetes 0,81 (0,77 bis 0,86), Herzschwäche 0,78 (0,69 bis 0,89), Schlaganfall 0,93 (0,89 bis 0,97), Sterblichkeit 0,90 (0,81 bis 0,99). Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt 0,99 (0,88 bis 1,10) über 1 Million Personen in 40 Kohortenstudien höhere gegen niedrigere Zufuhr über das Essen, keine Zuteilung 4 bis 30 Jahre Erkrankungen und Todesfälle; zeigt einen Zusammenhang, keine Wirkung von Präparaten Metaanalyse von Beobachtungsstudien Fang et al. 2016
Citrat und Aminosäure-Chelat besser aufgenommen als Oxid; Oxid nicht von Placebo unterscheidbar 46 Gesunde 300 mg Magnesium in drei Formen gegen Placebo 60 Tage Magnesium in Blut, Speichel und Harn Randomisiert, placebokontrolliert Walker et al. 2003
Art der Verbindung weniger wichtig als Dosis und Versorgungslage; organische Formen in manchen Studien etwas besser aufgenommen, in anderen nicht keine eigenen Teilnehmer Zusammenschau veröffentlichter Studien entfällt Aufnahme im Darm Übersichtsarbeit ohne Metaanalyse Schuchardt und Hahn 2017
Kognitive Gesamtleistung besser als unter Placebo (p = 0,003); Wirkung auf Schlaf und Angst nicht bestimmbar 44 Erwachsene von 50 bis 70 mit kognitiver Beeinträchtigung (23 und 21) ein Präparat mit Magnesium-L-Threonat gegen Placebo 12 Wochen zusammengesetzter Wert aus Tests in vier Bereichen Randomisiert, doppelblind; einzelne kleine Studie Liu et al. 2016

In Klammern steht, wo angegeben, das 95-%-Konfidenzintervall.

Österreich

Referenzwerte: 300 mg für Frauen, 350 mg für Männer nach den gemeinsamen Werten der deutschen und der österreichischen Ernährungsgesellschaft, veröffentlicht auf dem Gesundheitsportal des Bundes.

Mineralwasser: Das Gesundheitsportal nennt magnesiumreiches Mineralwasser mit 100 mg pro Liter als Beitrag zur Versorgung. Der Gehalt steht auf dem Etikett; ein Liter eines solchen Wassers deckt ein Drittel des Tagesbedarfs.

Kassenleistung: Nein. Magnesiumpräparate aus Drogerie und Apotheke sind Nahrungsergänzungsmittel.

Häufige Fragen

Ist es gut, wenn man jeden Tag Magnesium nimmt?

Die mittlere Zufuhr über die Nahrung liegt bei Frauen bei 284 mg und bei Männern bei 345 mg am Tag und damit nahe am Referenzwert; ein Mittelwert sagt aber nicht, wie viele Menschen darunter liegen. Für Präparate empfehlen die Behörden höchstens 250 mg zusätzlich pro Tag. Das ist eine Vorsorgegrenze, keine Garantie für die Verträglichkeit im Einzelfall: Magnesium kann die Aufnahme bestimmter Medikamente stören, etwa von Bisphosphonaten und einigen Antibiotika. Denkbar ist ein Nutzen am ehesten bei geringer Zufuhr über die Nahrung, bei leicht erhöhtem Blutdruck oder bei Verlusten durch Medikamente.

Welches Magnesium ist das beste?

Eine Form, die allen anderen überlegen wäre, ist nicht belegt. In einer Vergleichsstudie mit 46 Personen wurden Citrat und ein Aminosäure-Chelat besser aufgenommen als Oxid, eine Übersichtsarbeit hält die Art der Verbindung aber für weniger wichtig als oft angenommen. Entscheidend sind die Menge an elementarem Magnesium, die Aufteilung auf mehrere Portionen und die Verträglichkeit.

Wie merke ich, dass ich zu wenig Magnesium habe?

Am Befinden kaum. Erste Anzeichen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schwäche sind unspezifisch, deutliche Symptome wie Kribbeln, Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen treten typischerweise erst bei deutlich erniedrigten Blutwerten auf, als Größenordnung werden 0,5 mmol/l genannt. Auch der Blutwert ist ein schlechter Frühwarner: Er bleibt wochenlang stabil, weil der Körper Magnesium aus Knochen und Gewebe nachliefert.

Wo ist am meisten Magnesium drin?

In Kernen und Samen: Sonnenblumenkerne enthalten rund 336 mg pro 100 g, Kürbiskerne 285 mg. Es folgen Haferflocken (129 mg), gekochter Spinat (61 mg) und Vollkornbrot (55 mg). Magnesiumreiches Mineralwasser liefert rund 100 mg pro Liter.

Wann sollte man Magnesium nicht nehmen?

Bei eingeschränkter Nierenfunktion, weil überschüssiges Magnesium über die Niere ausgeschieden wird und sich sonst im Blut anreichern kann. Magnesium kann nach den US-Gesundheitsinstituten die Wirkung von Bisphosphonaten zum Schlucken sowie von Tetrazyklinen und Chinolon-Antibiotika beeinträchtigen; welcher zeitliche Abstand nötig ist, steht im Beipacktext des jeweiligen Arzneimittels. Entwässernde Mittel und Magensäureblocker können umgekehrt den Magnesiumhaushalt verändern. Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten gehört die Kombination ärztlich oder in der Apotheke abgeklärt. Bei Durchfall ist die Dosis zu hoch.

Wann nimmt man Magnesium am besten ein?

Die Uhrzeit ist nicht belegt. Belegt ist, dass mehrere kleine Portionen über den Tag besser aufgenommen werden als eine große. Wer Magnesium wegen des Schlafs nimmt, nimmt es üblicherweise abends; die Schlafstudien haben den Einnahmezeitpunkt nicht verglichen.

Hilft Magnesium gegen Wadenkrämpfe?

Wahrscheinlich nicht. Die Cochrane-Übersicht von 2020 mit 11 Studien und 735 Teilnehmern hält einen klinisch bedeutsamen Schutz bei älteren Erwachsenen für unwahrscheinlich. Für Krämpfe in der Schwangerschaft ist die Studienlage widersprüchlich, für Krämpfe beim Sport gibt es keine kontrollierte Studie.

Kann man Zink und Magnesium zusammen einnehmen?

In üblichen Mengen ja. Hohe Dosen anderer Mineralstoffe wie Zink, Calcium oder Eisen aus Präparaten können die Aufnahme von Magnesium hemmen; bei Mengen, wie sie in der Nahrung vorkommen, ist das nicht der Fall. Wer beides hoch dosiert nimmt, verteilt es auf verschiedene Tageszeiten.

Dazu passt