Omega-3: EPA, DHA, Fisch oder Kapseln
Von Martin Höllinger· Stand · Lesezeit 12 Minuten
Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendig, und die meisten Menschen brauchen dafür keine Kapseln. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält 250 mg EPA und DHA am Tag für angemessen. Das sind 1,75 g pro Woche, und eine einzige Portion Hering oder Lachs liefert rund 3 g. Dazu kommen 1,3 bis 1,6 g der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure ALA täglich; ein Esslöffel Rapsöl liefert 1,3 bis 1,5 g.
Kapseln sind gründlich geprüft. Die Cochrane-Übersicht über 86 kontrollierte Studien mit 162.796 Teilnehmern fand wenig bis keinen Effekt auf Sterblichkeit, Herz-Kreislauf-Ereignisse und Schlaganfälle. Belegt ist die Senkung der Blutfette (Triglyzeride) bei mehreren Gramm am Tag. Belegt ist auch ein Risiko: In sieben großen Studien trat unter Omega-3-Präparaten häufiger Vorhofflimmern auf, um 12 Prozent bei höchstens 1 g am Tag und um 49 Prozent darüber.
Drei Fettsäuren, die oft verwechselt werden
Unter dem Namen Omega-3 laufen drei verschiedene Stoffe.
- ALA (Alpha-Linolensäure) kommt aus Pflanzen: Leinsamen, Walnüsse, Rapsöl. Sie ist essenziell, der Körper kann sie nicht selbst bilden.
- EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) kommen aus fettem Seefisch und aus Algen. Auf sie beziehen sich fast alle Studien zu Herz und Gehirn.
Der Körper kann ALA in EPA und DHA umbauen, aber schlecht: Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung werden meist nur 5 bis 10 Prozent zu EPA und noch weniger zu DHA. Leinöl ist deshalb eine gute ALA-Quelle und kein Ersatz für Fisch.
Wie viel und woher
| Menge pro Tag | Quelle | |
|---|---|---|
| EPA und DHA zusammen | 250 mg als angemessene Zufuhr | Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit |
| ALA | rund 1,3 g (Frauen), 1,6 g (Männer) | Deutsche Gesellschaft für Ernährung |
| Vorsorgliche Obergrenze EPA und DHA | 1,5 g aus allen Quellen | Bundesinstitut für Risikobewertung |
| Bewertung von 2012: keine Sicherheitsbedenken | bis 5 g EPA und DHA; vor den Daten zum Vorhofflimmern erstellt | Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit |
250 mg am Tag sind 1,75 g in der Woche. Die folgende Tabelle zeigt, wie schnell das mit Fisch erreicht ist.
| Lebensmittel | EPA pro 100 g | DHA pro 100 g | EPA und DHA pro Portion (120 g) |
|---|---|---|---|
| Makrele, geräuchert | 3,16 g | 5,10 g | 9,9 g |
| Thunfisch, geräuchert | 1,65 g | 2,48 g | 5,0 g |
| Hering, gegart | 2,21 g | 0,73 g | 3,5 g |
| Lachs, geräuchert | 1,00 g | 1,60 g | 3,1 g |
| Sardine, geräuchert | 0,64 g | 0,89 g | 1,8 g |
| Pflanzliche Quelle | ALA pro 100 g | EPA und DHA |
|---|---|---|
| Leinsamen | 20,0 g | 0 |
| Walnüsse | 10,2 g | 0 |
| Rapsöl | 8,6 g | 0 |
| Sojabohnen | 1,1 g | 0 |
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung nach Bundeslebensmittelschlüssel 3.02; Portionsspalte daraus gerechnet. Die Werte gelten für die genannte Zubereitung und schwanken je nach Fang, Futter und Verarbeitung.
Eine Portion fetter Seefisch pro Woche liefert demnach mehr als die 1,75 g, die sich aus dem Tageswert ergeben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein bis zwei Fischportionen pro Woche. Die 15 ml Rapsöl, die für die ALA-Empfehlung reichen, sind ein Esslöffel.
Zuchtlachs bekommt heute mehr pflanzliches Futter als früher, was den Anteil an Omega-6-Fettsäuren erhöht. Stichproben zeigen nach einem Bericht des NDR, dass das Verhältnis trotzdem günstig sein kann.
Was die Kapselstudien zeigen
Die Erwartung an Omega-3-Kapseln stammt aus Beobachtungsstudien: Menschen mit viel EPA und DHA im Blut leben länger. Die kontrollierten Studien, in denen Kapseln gegen Placebo geprüft wurden, haben das für die meisten Endpunkte nicht bestätigt.
| Studie | Teilnehmer | Dosis | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Cochrane-Übersicht 2020 | 162.796 in 86 Studien | 0,5 bis über 5 g täglich | Gesamtsterblichkeit 0,97, Herz-Kreislauf-Ereignisse 0,96, Schlaganfall 1,02: wenig bis kein Effekt. Tod durch koronare Herzkrankheit möglicherweise leicht gesenkt (0,90) |
| VITAL | 25.871, Männer ab 50, Frauen ab 55 | 1 g täglich, 5,3 Jahre | Herz-Kreislauf-Ereignisse 0,92, Krebs 1,03, Tod jeder Ursache 1,02: kein signifikanter Unterschied. Herzinfarkte als Nebenergebnis 0,72 |
| STRENGTH | 13.078 mit hohem Risiko | 4 g EPA und DHA täglich | 12,0 gegenüber 12,2 Prozent Ereignisse, Studie vorzeitig abgebrochen |
| REDUCE-IT | 8.179 mit erhöhten Triglyzeriden unter Statin | 4 g reines EPA als Arzneimittel, 4,9 Jahre | 17,2 gegenüber 22,0 Prozent Ereignisse (0,75). Mehr Vorhofflimmern: 3,1 gegenüber 2,1 Prozent |
Die Zahlen sind Risikoverhältnisse: 1,00 heißt kein Unterschied zu Placebo.
Drei Dinge fallen auf. Die Cochrane-Autoren stufen die Aussage zur Gesamtsterblichkeit als Evidenz hoher Sicherheit ein; an diesem Ergebnis wird sich durch weitere Studien wenig ändern. Die eine klar positive Studie, REDUCE-IT, prüfte kein Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein verschreibungspflichtiges, hoch gereinigtes EPA-Präparat in hoher Dosis bei Patienten mit erhöhten Blutfetten. Und die größere STRENGTH-Studie mit derselben Dosis einer EPA-DHA-Mischung fand nichts.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur kam 2018 zu dem Schluss, dass Omega-3-Arzneimittel mit 1 g am Tag nach einem Herzinfarkt nicht ausreichend vor weiteren Infarkten schützen. Die medizinischen Leitlinien empfehlen Omega-3-Präparate nicht zur allgemeinen Risikosenkung, so die Herzstiftung. Die Ausnahme sind deutlich erhöhte Triglyzeride, bei denen hoch dosierte Präparate ärztlich verordnet werden können.
Was belegt ist
- Triglyzeride. Mehrere Gramm EPA und DHA am Tag senken sie deutlich. Das ist eine ärztliche Behandlung, keine Selbstmedikation.
- Blutdruck. 2 bis 3 g am Tag senken ihn in Metaanalysen im Schnitt um etwa 2 mmHg.
- Rheumatoide Arthritis. Eine Metaanalyse von 2018 fand Verbesserungen bei acht Messgrößen der Krankheitsaktivität, bei insgesamt niedriger Studienqualität. Von den fünf untersuchten Entzündungsmarkern sank nur einer.
Für Demenz, Depression und Krebs sind keine Gesundheitsaussagen zugelassen. Aussagen zu ADHS bei Kindern sind ausdrücklich untersagt.
Der Omega-3-Index
Der Index gibt an, wie viel Prozent der Fettsäuren in den roten Blutkörperchen auf EPA und DHA entfallen. Er spiegelt die Versorgung der letzten rund drei Monate.
In der Framingham-Studie hatten von 2.500 Teilnehmern jene mit einem Index über 6,8 Prozent ein um 34 Prozent niedrigeres Sterberisiko als jene unter 4,2 Prozent. Eine gepoolte Auswertung von 17 Kohorten mit 42.466 Menschen über 16 Jahre fand im obersten Fünftel der Blutwerte ein um 15 bis 18 Prozent niedrigeres Sterberisiko. Für die pflanzliche ALA gab es keinen Zusammenhang.
Als optimal werden häufig 8 bis 11 Prozent genannt. Das ist ein Zielbereich aus Beobachtungsdaten. Ein hoher Index ist vor allem ein Zeichen dafür, dass jemand regelmäßig Fisch isst, und Fischesser unterscheiden sich in vielem von Menschen, die keinen essen. Dass sich das Sterberisiko senken lässt, indem man den Index mit Kapseln anhebt, haben die kontrollierten Studien nicht gezeigt.
Risiken: Vorhofflimmern und Blutungen
Die wichtigste Nebenwirkung ist erst in den großen Studien sichtbar geworden. Eine Metaanalyse in Circulation wertete sieben Studien mit 81.210 Patienten aus. Unter Omega-3-Präparaten war das Risiko für Vorhofflimmern um 25 Prozent höher als unter Placebo. In den Studien mit mehr als 1 g am Tag betrug der Anstieg 49 Prozent, in jenen mit höchstens 1 g 12 Prozent. Eine Schwelle, unter der das Risiko nicht steigt, lässt sich daraus nicht ablesen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung zieht daraus die Empfehlung, bei Herzerkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren Omega-3-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Der Effekt war bei 4 g am Tag am deutlichsten und deutete sich bei 2 g über zwei Jahre bereits an.
Daneben verlängern hohe Dosen die Blutungszeit. In REDUCE-IT wurden unter 4 g EPA bei 2,7 Prozent der Patienten schwere Blutungen verzeichnet, unter Placebo bei 2,1 Prozent; der Unterschied war statistisch nicht gesichert (p = 0,06). In VITAL gab es bei 1 g keine Häufung. Wer Gerinnungshemmer nimmt oder eine Operation vor sich hat, sollte die Einnahme angeben. DHA kann außerdem das LDL-Cholesterin anheben.
Für Omega-3-Präparate gibt es in der EU keine verbindlichen Höchstmengen, die Dosierung schwankt stark, und die Etiketten nennen oft nur die Gesamtmenge an Omega-3, nicht die Anteile von EPA und DHA.
Für wen Kapseln infrage kommen
- Wer keinen Fisch isst. Algenöl liefert EPA und DHA ohne Umweg. Bei veganer Ernährung ist das die einzige direkte Quelle.
- Schwangere, die weniger als zweimal pro Woche Fisch essen: Empfohlen werden 200 mg DHA täglich.
- Menschen mit deutlich erhöhten Triglyzeriden, dann als ärztliche Verordnung.
Für alle anderen gilt, was die Herzstiftung schreibt: Kapseln, die genommen werden, um das Herz zu schützen oder das Cholesterin zu senken, haben dafür in Studien keine überzeugenden Effekte gezeigt.
Studienlage
| Ergebnis | Wer und wie viele | Vergleich | Dauer | Gemessen | Studientyp | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtsterblichkeit: Risikoverhältnis 0,97 (95-%-KI 0,93 bis 1,01). Herz-Kreislauf-Ereignisse: 0,96 (0,92 bis 1,01). Wenig bis kein Effekt | Erwachsene mit unterschiedlichem Risiko; 143.693 Personen in 45 Studien zur Sterblichkeit, 140.482 in 43 Studien zu den Ereignissen | Mehr Omega-3 aus Kapseln, Lebensmitteln oder Beratung gegen Placebo oder übliche Kost | 12 bis 88 Monate | Todesfälle und Krankheitsereignisse | Cochrane-Review randomisierter Studien, Belege hoher Sicherheit | Abdelhamid et al. 2020 |
| Herz-Kreislauf-Ereignisse: 0,92 (0,80 bis 1,06). Krebs: 1,03 (0,93 bis 1,13). Kein gesicherter Unterschied. Herzinfarkt als Nebenergebnis: 0,72 (0,59 bis 0,90) | 25.871 Erwachsene ohne Herzerkrankung oder Krebs, Männer ab 50, Frauen ab 55, USA | 1 g Omega-3 am Tag gegen Placebo | 5,3 Jahre (Median) | Zwei Hauptendpunkte: Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod zusammen; Krebs | Randomisiert, placebokontrolliert, öffentlich finanziert | Manson et al. (VITAL) 2019 |
| Ereignisse bei 12,0 gegen 12,2 %: 0,99 (0,90 bis 1,09). Kein Unterschied; mehr Magen-Darm-Beschwerden (24,7 gegen 14,7 %) | 13.078 Patienten mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko, erhöhten Triglyzeriden und niedrigem HDL unter Statin, 22 Länder | 4 g EPA und DHA am Tag gegen Maisöl | vorzeitig beendet nach 1.384 Ereignissen | Hauptendpunkt: Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Eingriff an den Herzkranzgefäßen oder instabile Angina zusammen | Randomisiert, doppelblind | Nicholls et al. (STRENGTH) 2020 |
| Ereignisse bei 17,2 gegen 22,0 %: 0,75 (0,68 bis 0,83). Mehr Spitalsaufnahmen wegen Vorhofflimmern (3,1 gegen 2,1 %) | 8.179 Patienten unter Statin, alle mit erhöhten Triglyzeriden, dazu Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes | 4 g reines EPA als Arzneimittel gegen Placebo | 4,9 Jahre (Median) | Derselbe zusammengesetzte Hauptendpunkt wie in STRENGTH | Randomisiert, doppelblind, vom Hersteller finanziert | Bhatt et al. (REDUCE-IT) 2019 |
| Vorhofflimmern: 1,25 (1,07 bis 1,46). Bei mehr als 1 g am Tag 1,49 (1,04 bis 2,15), bei höchstens 1 g 1,12 (1,03 bis 1,22) | 81.210 Patienten aus 7 Studien, mittleres Alter 65; 2.905 Fälle von Vorhofflimmern | Omega-3-Präparate gegen Placebo | 4,9 Jahre (gewichteter Mittelwert) | Unerwünschtes Ereignis, in den Einzelstudien unterschiedlich erfasst | Metaanalyse randomisierter Studien | Gencer et al. 2021 |
| Sterblichkeit im obersten Fünftel der Blutwerte an EPA und DHA um 15 bis 18 % niedriger als im untersten | 42.466 Personen aus 17 Kohorten, 15.720 Todesfälle | Hohe gegen niedrige Blutwerte, keine Zuteilung | 16 Jahre (Median) | Todesfälle; zeigt einen Zusammenhang, keine Wirkung von Kapseln | Beobachtung, gepoolte Kohorten | Harris et al. 2021 |
| Omega-3-Index über 6,8 % gegen unter 4,2 %: 34 % niedrigere Sterblichkeit | 2.500 Personen ohne Herzerkrankung, mittleres Alter 66, USA; 350 Todesfälle | Oberstes gegen unterstes Fünftel, keine Zuteilung | 7,3 Jahre (Median) | Todesfälle; einmalige Messung des Blutwerts | Beobachtung, eine Kohorte | Harris et al. 2018 |
| Acht Messgrößen der Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis gebessert | 1.252 Patienten in 20 Studien (717 mit Omega-3, 535 Kontrolle) | Omega-3 zum Einnehmen gegen Kontrolle | mindestens 3 Monate | Beschwerden und Laborwerte | Metaanalyse randomisierter Studien, Qualität der Einzelstudien niedrig | Gioxari et al. 2018 |
In Klammern steht jeweils das 95-%-Konfidenzintervall. Schließt es die 1,00 ein, ist der Unterschied statistisch nicht gesichert.
Österreich
Heimischer Fisch zählt: Fetter Seefisch ist in einem Binnenland nicht die naheliegende Quelle. Nach Messungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft deckt eine wöchentliche Mahlzeit von 200 g Forellen- oder Saiblingsfilet eine Zufuhr von 0,3 g EPA und DHA pro Tag. Das entspricht mittelfetten Meeresfischen; nur Hering, Makrele und Thunfisch liegen höher.
Der Bluttest: Der Omega-3-Index ist keine Routineuntersuchung.
Arzneimittel: Die Bewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur von 2018 gilt in der ganzen EU, also auch in Österreich: Omega-3-Arzneimittel mit 1 g am Tag sind zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts nicht ausreichend wirksam.
Häufige Fragen
Für was genau ist Omega-3 gut?
DHA ist ein Baustein der Zellmembranen, vor allem in Gehirn und Netzhaut, EPA und DHA beeinflussen Entzündungsvorgänge und die Blutgerinnung. In kontrollierten Studien belegt ist, dass mehrere Gramm EPA und DHA am Tag die Triglyzeride im Blut senken und den Blutdruck um etwa 2 mmHg. Dass übliche Nahrungsergänzungskapseln Gesunde vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz oder Depression schützen, ist nicht belegt. Die eine klar positive Herzstudie prüfte ein verschreibungspflichtiges EPA-Arzneimittel mit 4 g am Tag bei Risikopatienten.
Ist es gut, jeden Tag Omega-3 zu nehmen?
Für Gesunde, die ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen, bringen Kapseln nach der Studienlage keinen zusätzlichen Nutzen. Sinnvoll können sie sein, wenn kein Fisch gegessen wird, dann etwa als Algenöl. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, aus allen Quellen zusammen nicht mehr als 1,5 g EPA und DHA am Tag aufzunehmen.
Wie viel Omega-3 pro Tag?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt 250 mg EPA und DHA am Tag als angemessen, dazu empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rund 1,3 g (Frauen) bis 1,6 g (Männer) ALA. Die EFSA sah 2012 bei bis zu 5 g EPA und DHA täglich keine Sicherheitsbedenken; diese Bewertung ist älter als die Studien zum Vorhofflimmern, das schon bei 1 g häufiger auftrat. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät vorsorglich zu höchstens 1,5 g aus allen Quellen.
Wo ist Omega-3 enthalten?
EPA und DHA stecken in fettem Seefisch: Hering enthält rund 2,9 g pro 100 g, Lachs 2,6 g, Sardine 1,5 g. Die pflanzliche Form ALA liefern Leinsamen (20 g pro 100 g), Walnüsse (10 g) und Rapsöl (8,6 g). Der Körper wandelt nur etwa 5 bis 10 Prozent der ALA in EPA um und noch weniger in DHA.
Wie äußert sich ein Omega-3-Mangel?
Beschwerden, an denen sich eine geringe Versorgung zuverlässig erkennen ließe, sind nicht definiert; für EPA und DHA ist laut Verbraucherzentrale nicht einmal ein Bedarf bekannt. Messen lässt sich die Versorgung mit dem Omega-3-Index, dem Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen.
Kann Omega-3 bei Rheuma helfen?
Es gibt Hinweise, aber keine sichere Antwort. Eine Metaanalyse von 2018 fand bei rheumatoider Arthritis Verbesserungen bei acht Messgrößen der Krankheitsaktivität, stuft die Qualität der Studien aber insgesamt als niedrig ein. Die Verbraucherzentrale sieht keinen belegten Nutzen. Eine Behandlung ersetzt Omega-3 nicht.
Ist Algenöl so gut wie Fischöl?
Algenöl enthält dieselben Fettsäuren EPA und DHA, denn auch Fische nehmen sie über Algen auf. Es ist die Quelle für Menschen, die keinen Fisch essen. Bei Produkten aus Meeresalgen selbst ist auf den Jodgehalt zu achten, der stark schwankt.
Reicht Leinöl als Omega-3-Quelle?
Für ALA ja: Ein Esslöffel Leinöl oder Rapsöl deckt die empfohlene Menge. EPA und DHA liefert Leinöl nicht, und die Umwandlung im Körper ist mit 5 bis 10 Prozent gering. Wer keinen Fisch isst, deckt EPA und DHA daher eher über Algenöl.
Wann sollte man Omega-3 nicht einnehmen?
Vorsicht gilt bei Herzerkrankungen und deren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht, weil Mengen ab etwa 1 bis 2 g am Tag das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können. Wer Gerinnungshemmer nimmt oder operiert wird, sollte die Einnahme ärztlich besprechen, weil hohe Dosen die Blutungszeit verlängern.
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