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Supplements

Vitamin D: Werte, Dosierung und was die Studien zeigen

Von Martin Höllinger· Stand · Lesezeit 12 Minuten

Vitamin D gehört zu den am gründlichsten geprüften Nahrungsergänzungsmitteln. Die Schwellen sind klar: Unter 30 nmol/l (12 ng/ml) im Blut liegt ein Mangel vor, ab 50 nmol/l (20 ng/ml) gilt die Versorgung für die Knochen als gut. Von Oktober bis März steht die Sonne in Österreich zu tief, um in der Haut nennenswert Vitamin D zu bilden; dann lebt der Körper von den Speichern des Sommers und von 2 bis 4 µg täglich aus der Nahrung.

Was eine zusätzliche Einnahme bei Erwachsenen bringt, die nicht wegen eines Mangels ausgewählt wurden, haben drei große Studien mit zusammen fast 50.000 Teilnehmern geprüft: nicht weniger Krebs, nicht weniger Herzinfarkte, nicht weniger Knochenbrüche, keine niedrigere Sterblichkeit. Anders ist die Lage bei einem echten Mangel, bei Menschen über 75 und bei Säuglingen.

Vitamin-D-Rechner: Auffüllmenge nach Blutwert und Gewicht

Die Rechnung folgt einer Formel, die an 208 Erwachsenen mit Vitamin-D-Mangel entwickelt wurde: Auffüllmenge in IE = 40 × (75 − Blutwert in nmol/l) × Körpergewicht in kg. Sie liefert eine Gesamtmenge, keine Dauerdosis, und gilt für Erwachsene mit einem Blutwert unter 50 nmol/l und einem Gewicht bis 125 kg.

Ihr Wert: 40 nmol/l (16 ng/ml). Unter 50 nmol/l, dem Wert, den die DGE als ausreichend ansieht. Kein Mangel nach ihrer Definition.

Auffüllmenge gesamt
105.000 IE
Portionen zu 25.000 IE
5
Dauer bei einer Portion pro Woche
5 Wochen

Rechenhilfe für Erwachsene, keine Dosierungsempfehlung. Die Formel wurde an Menschen mit Blutwerten unter 50 nmol/l für den Zielwert 75 nmol/l entwickelt und in Portionen von 25.000 IE gegeben; andere Zielwerte und Einnahmepläne sind damit nicht geprüft. Sie gilt nicht unter 18 Jahren, nicht über 125 kg und nicht bei einem Body-Mass-Index über 40. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht die Versorgung schon ab 50 nmol/l als ausreichend an. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt 100 µg (4.000 IE) pro Tag als tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene. Bei Werten unter 30 nmol/l, bei Nieren- oder Nebenschilddrüsenerkrankungen und in der Schwangerschaft gehört die Dosierung in ärztliche Hand. Bereits eingenommene Präparate sind in der Rechnung nicht berücksichtigt. Die Eingaben werden nur in Ihrem Browser verarbeitet und nicht übertragen.

Was der Blutwert bedeutet

Gemessen wird nicht das Vitamin selbst, sondern seine Speicherform 25-Hydroxyvitamin-D, kurz 25-OH-D. Labors geben den Wert in zwei Einheiten an, was die häufigste Quelle von Missverständnissen ist: 1 ng/ml entspricht 2,5 nmol/l. Ein Befund von 30 kann also ein Mangel sein oder ein guter Wert, je nach Einheit.

25-OH-D in nmol/l in ng/ml Einordnung
unter 30 unter 12 Mangel
30 bis unter 50 12 bis unter 20 unter dem Zielwert, kein Mangel
50 bis 100 20 bis 40 gute Versorgung, Referenzbereich für Erwachsene
über 100 über 40 über dem Referenzbereich

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Schwellen 30 und 50 nmol/l), gesundheit.gv.at (Referenzbereich 50 bis 100 nmol/l).

Viele Anbieter von Präparaten nennen höhere Zielwerte, oft 75 bis 125 nmol/l. Eine Grundlage in Studien hat das nicht: Die Leitlinie der Endocrine Society von 2024 hält fest, dass es keine klare Evidenz für einen optimalen Zielwert zur Krankheitsvorbeugung gibt. In der australischen D-Health-Studie lag schon die Placebogruppe im Mittel bei 77 nmol/l.

In Deutschland erreichen laut DGE fast 60 Prozent der Bevölkerung die 50 nmol/l nicht; ein Mangel unter 30 nmol/l liegt bei der Mehrheit nicht vor.

Sonne, Winter und Nahrung

Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien stammen 80 bis 90 Prozent des Vitamin D aus der Haut, nur 10 bis 20 Prozent aus der Nahrung. Im Sommer reicht dafür wenig: Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche für die Hälfte der Zeit in die Sonne, nach der man einen Sonnenbrand bekäme. Bei hellem Hauttyp und starker Sommersonne sind das rechnerisch rund zwölf Minuten.

Im Winter funktioniert das nicht. Österreich liegt zwischen 46 und 49 Grad nördlicher Breite, und von Oktober bis März ist die UV-B-Strahlung zu schwach für eine nennenswerte Bildung, auch an klaren Tagen. Der Körper greift dann auf Speicher im Fett- und Muskelgewebe zurück, die er im Sommer angelegt hat. Wer von April bis September regelmäßig draußen war, kommt damit in der Regel durch den Winter, so die österreichische Initiative Gemeinsam gut entscheiden.

Die Nahrung kann die Lücke kaum schließen:

Lebensmittel Vitamin D in µg pro 100 g Anteil am Referenzwert von 20 µg
Hering 7,8 bis 25,0 39 bis 125 %
Lachs 16,0 80 %
Hühnereigelb 5,6 28 %
Makrele 4,0 20 %
Hühnerei, ganz 2,9 15 %
Pfifferlinge 2,1 11 %
Champignons 1,9 10 %
Rinderleber 1,7 9 %
Gouda, 45 % Fett i. Tr. 1,3 7 %
Butter 1,2 6 %
Vollmilch 0,09 0,5 %

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung nach Souci/Fachmann/Kraut; Prozentspalte daraus gerechnet. 1 µg entspricht 40 Internationalen Einheiten (IE).

Mit üblicher Kost kommen 2 bis 4 µg am Tag zusammen. Fettfisch ein- bis zweimal pro Woche ist die einzige Ernährungsmaßnahme, die den Wert spürbar bewegt.

Wer zu den Risikogruppen gehört

Ein Mangel ist bei Gesunden, die sich im Freien aufhalten, selten. Häufig ist er bei:

  • Menschen, die kaum ins Freie kommen: Pflegeheimbewohner, chronisch Kranke, Bettlägerige.
  • Älteren. Die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, kann im Alter auf weniger als die Hälfte sinken.
  • Menschen, die nur mit bedecktem Körper nach draußen gehen, und Menschen mit dunkler Haut.
  • Säuglingen. Muttermilch enthält wenig Vitamin D, und Babys sollen nicht in die pralle Sonne. Sie bekommen deshalb ein eigenes, niedrig dosiertes Präparat.
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen: Osteoporose, entzündliche Darmerkrankungen, eingeschränkte Nierenfunktion.

Für genau diese Gruppen empfiehlt Gemeinsam gut entscheiden die Messung des Blutwerts. Für alle anderen Erwachsenen hält die Initiative einen Routinetest für nicht sinnvoll; die Endocrine Society sieht das ebenso.

Was die großen Studien zeigen

Kaum ein Nahrungsergänzungsmittel ist so gründlich gegen Placebo geprüft worden. Die vier wichtigsten Studien untersuchten Erwachsene, die nicht nach ihrem Blutwert ausgewählt waren, also überwiegend ohne Mangel.

Studie Teilnehmer Dosis und Dauer Ergebnis gegenüber Placebo
VITAL, USA 25.871, Männer ab 50, Frauen ab 55 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre Krebs 0,96, Herz-Kreislauf-Ereignisse 0,97, Tod jeder Ursache 0,99: kein Unterschied
VITAL, Knochenbrüche dieselben 25.871 wie oben Alle Brüche 0,98, Hüftbrüche 1,01: kein Unterschied, auch nicht bei niedrigem Ausgangswert
D-Health, Australien 21.315, ab 60 60.000 IE monatlich, 5 Jahre Sterblichkeit 1,04: kein Unterschied
DO-HEALTH 2.157, ab 70 2.000 IE täglich, 3 Jahre Blutdruck, Knochenbrüche, Infektionen, körperliche und geistige Leistung: kein Unterschied

Die Zahlen sind Risikoverhältnisse: 1,00 bedeutet kein Unterschied, 0,96 ein um 4 Prozent niedrigeres Risiko, das hier jeweils im Bereich des Zufalls liegt.

Eine Metaanalyse im BMJ fasste 52 kontrollierte Studien mit 75.454 Teilnehmern zusammen. Die Gesamtsterblichkeit war unter Vitamin D nicht niedriger (0,98, Konfidenzintervall 0,95 bis 1,02). Bei einem Einzelpunkt gab es ein Signal: Die Krebssterblichkeit lag um 16 Prozent niedriger. In VITAL zeigte sich dieselbe Richtung (0,83), ohne die Schwelle der Signifikanz zu erreichen. Ob Vitamin D den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflusst, ist damit die eine offene Frage, die diese Studien hinterlassen.

Die Endocrine Society hat daraus 2024 Empfehlungen abgeleitet. Sie rät zu Vitamin D ohne vorherigen Test für Kinder und Jugendliche, für Schwangere, für Menschen mit Prädiabetes und für Menschen über 75, bei denen sie eine mögliche Senkung der Sterblichkeit sieht. Gesunden Erwachsenen unter 75 rät sie von einer Einnahme über den Referenzwert hinaus ab.

Mehr ist nicht besser

Am deutlichsten zeigt das eine Studie mit Jahresdosen. Sanders et al., JAMA 2010, gaben 2.256 Frauen ab 70 einmal im Jahr 500.000 IE oder Placebo. Die Vitamin-D-Gruppe stürzte um 15 Prozent häufiger und hatte 26 Prozent mehr Knochenbrüche; die Stürze häuften sich in den drei Monaten nach der Gabe. Die Endocrine Society empfiehlt Menschen über 50 deshalb die tägliche Einnahme statt seltener hoher Dosen.

Dosierung

  • Referenzwert: 20 µg (800 IE) pro Tag, wenn die Haut kein Vitamin D bildet. Der Wert gilt für alle Altersgruppen ab einem Jahr.
  • Obergrenze: 100 µg (4.000 IE) pro Tag als tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene und Kinder ab 11 Jahren, 50 µg (2.000 IE) für Kinder bis 10. Gemeint ist die Summe aus Nahrung, angereicherten Lebensmitteln und Präparaten; wer rechnet, zählt also mit, was er bereits einnimmt.
  • Wochenpräparate: 20.000 IE einmal pro Woche entsprechen 2.857 IE pro Tag. Das liegt unter der Obergrenze und über dem Dreifachen des Referenzwerts.
  • Bei nachgewiesenem Mangel können ärztlich höhere Mengen angezeigt sein. Für die Auffüllmenge gibt es eine veröffentlichte Formel.

Die Formel stammt von van Groningen et al., European Journal of Endocrinology 2010: 208 Erwachsene mit Mangel bekamen hohe Dosen, und aus dem Anstieg ihrer Blutwerte ergab sich, dass die nötige Gesamtmenge vom Ausgangswert und vom Körpergewicht abhängt. Ein Beispiel: 75 kg, Ausgangswert 40 nmol/l, Ziel 75 nmol/l ergibt 40 × 35 × 75 = 105.000 IE. In der Studie wurde in Portionen von 25.000 IE gegeben, das wären fünf Portionen. Entwickelt wurde die Formel an Erwachsenen mit Werten unter 50 nmol/l; eine Übersicht niederländischer Fachleute hält fest, dass sie nicht unter 18 Jahren, nicht über 125 kg Körpergewicht und nicht bei einem Body-Mass-Index über 40 gilt. Für die Zeit danach nennt die DGE 20 µg (800 IE) täglich als die Menge, mit der ohne Eigenbildung der Haut 50 nmol/l erreicht werden.

Vitamin D2 oder D3: In der BMJ-Metaanalyse schnitten Studien mit Vitamin D3 bei der Gesamtsterblichkeit besser ab als Studien mit D2, ohne dass eine der beiden Formen für sich einen signifikanten Effekt hatte.

Überdosierung

Durch Sonne ist sie nicht möglich, durch Präparate schon: Bei dauerhaft mehr als 100 µg am Tag können sich Nierensteine und Kalkablagerungen in der Niere bilden. In VITAL traten bei 2.000 IE täglich über fünf Jahre nicht mehr Fälle von erhöhtem Kalziumspiegel auf als unter Placebo.

Riskant sind hochdosierte Präparate aus dem Internet, bei denen ein Tropfen ein Vielfaches der Tagesmenge enthält. Das Bundesinstitut für Risikobewertung meldete im August 2026 die schwere Vergiftung eines Säuglings, dem statt des Babypräparats ein Erwachsenenprodukt gegeben worden war. Für Säuglinge gelten in Deutschland 400 bis 500 IE täglich, und zwar aus einem dafür vorgesehenen Präparat.

Vitamin D mit K2

Die Kombination wird damit beworben, dass Vitamin K2 das Kalzium in die Knochen lenke und die Gefäße schütze. Die Verbraucherzentrale hält beides für nicht belegt (Stand Juli 2026): weder die bessere Wirkung auf die Knochen gegenüber Vitamin D allein noch den Schutz vor Gefäßverkalkung bei hohen Vitamin-D-Dosen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt die gesundheitlichen Folgen der Kombination unklar und schlägt für K2 in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 25 µg pro Tag vor.

Ein klares Risiko gibt es: Vitamin K schwächt die Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ ab. Wer solche Medikamente nimmt, darf Kombipräparate nur unter ärztlicher Kontrolle verwenden.

Studienlage

Ergebnis Wer und wie viele Vergleich Dauer Gemessen Studientyp Quelle
Krebs: 0,96 (0,88 bis 1,06). Herz-Kreislauf-Ereignisse: 0,97 (0,85 bis 1,12). Kein gesicherter Unterschied 25.871 Erwachsene ohne Krebs oder Herzerkrankung, Männer ab 50, Frauen ab 55, USA; nicht nach Vitamin-D-Mangel ausgewählt 2.000 IE Vitamin D am Tag gegen Placebo 5,3 Jahre (Median) Zwei Hauptendpunkte: Krebs; Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod zusammen Randomisiert, placebokontrolliert Manson et al. (VITAL) 2019
Knochenbrüche insgesamt: 0,98 (0,89 bis 1,08). Hüftbrüche: 1,01 (0,70 bis 1,47). Kein Unterschied, auch nicht bei niedrigem Ausgangswert dieselben 25.871 Teilnehmer; 1.991 Brüche bei 1.551 Personen 2.000 IE Vitamin D am Tag gegen Placebo 5,3 Jahre (Median) Hauptendpunkte: alle Brüche, Brüche außerhalb der Wirbelsäule, Hüftbrüche Zusatzauswertung einer randomisierten Studie LeBoff et al. 2022
Sterblichkeit 5,3 gegen 5,1 %, kein Vorteil. Krebssterblichkeit 1,15 (0,96 bis 1,39), nach Ausschluss der ersten zwei Jahre 1,24 (1,01 bis 1,54) 21.315 Australier ab 60, nicht nach Blutwert ausgewählt; 1.100 Todesfälle 60.000 IE Vitamin D einmal im Monat gegen Placebo 5 Jahre Einnahme, 5,7 Jahre Nachbeobachtung Hauptendpunkt: Tod aus jeder Ursache Randomisiert, doppelblind, öffentlich finanziert Neale et al. (D-Health) 2022
Kein gesicherter Nutzen bei Blutdruck, körperlicher Leistung, Kognition, Brüchen und Infektionen 2.157 Erwachsene ab 70, im Mittel 74,9 Jahre; 1.900 schlossen ab 2.000 IE Vitamin D, 1 g Omega-3 und Krafttraining, einzeln und kombiniert, gegen Placebo 3 Jahre Sechs Hauptendpunkte, deshalb strengere Schwelle für Signifikanz Randomisiert, doppelblind Bischoff-Ferrari et al. (DO-HEALTH) 2020
Gesamtsterblichkeit 0,98 (0,95 bis 1,02). Krebssterblichkeit 0,84 (0,74 bis 0,95) 75.454 Erwachsene in 52 Studien Vitamin D gegen Placebo oder keine Behandlung je nach Studie Todesfälle Metaanalyse randomisierter Studien Zhang et al. 2019
Stürze 1,15 (1,02 bis 1,30), Brüche 1,26 (1,00 bis 1,59): mehr unter Vitamin D, vor allem in den ersten drei Monaten nach der Gabe 2.256 Frauen ab 70 mit hohem Bruchrisiko 500.000 IE Vitamin D einmal jährlich gegen Placebo 3 bis 5 Jahre Stürze und Brüche, monatlich erfasst Randomisiert, doppelblind Sanders et al. 2010
Kein Routinetest und keine Einnahme über den Referenzwert hinaus für Gesunde unter 75 Empfehlung für Menschen ohne anerkannten Behandlungsgrund bewertet wurden vor allem placebokontrollierte Studien in der Allgemeinbevölkerung entfällt 14 klinische Fragen Leitlinie einer Fachgesellschaft Demay et al. 2024
Anstieg des Blutwerts um 29, 43 und 69 nmol/l bei 100.000, 150.000 und 200.000 IE; daraus die Formel 40 × (75 − Blutwert) × kg 208 Erwachsene von 18 bis 88 mit Blutwerten unter 50 nmol/l; 76 % unter 30 nmol/l drei Dosierungen in Portionen zu 25.000 IE, ohne Placebo 6 bis 8 Wochen Blutwert zehn Tage nach der letzten Gabe; keine Krankheiten Dosisfindung ohne Kontrollgruppe van Groningen et al. 2010

In Klammern steht, wo angegeben, das 95-%-Konfidenzintervall.

Österreich

Der Winter: Von Oktober bis März reicht die UV-B-Strahlung in Österreich auch an sonnigen Tagen nicht für eine nennenswerte Bildung in der Haut.

Der Bluttest: Die österreichische Initiative Gemeinsam gut entscheiden rät Erwachsenen ohne Risikofaktor von einem Routinetest ab. Empfohlen wird die Messung bei Osteoporose, entzündlichen Darmerkrankungen, eingeschränkter Nierenfunktion und bei Menschen, die wenig Sonne abbekommen.

Der Referenzbereich: Das Gesundheitsportal des Bundes nennt für Erwachsene 50 bis 100 nmol/l. Österreichische Labors geben den Wert teils in nmol/l, teils in ng/ml an; die Einheit steht neben der Zahl.

Der Referenzwert für die Zufuhr von 20 µg (800 IE) pro Tag gilt gemeinsam für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Häufige Fragen

Wie hoch muss der Vitamin-D-Wert sein?

Gemessen wird 25-Hydroxyvitamin-D im Blut. Unter 30 nmol/l (12 ng/ml) spricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von einem Mangel, ab 50 nmol/l (20 ng/ml) von einer guten Versorgung für die Knochen. Das österreichische Gesundheitsportal nennt für Erwachsene einen Referenzbereich von 50 bis 100 nmol/l. Einen höheren Zielwert, der Krankheiten verhindert, hat keine Studie belegt.

Wie viel Vitamin D pro Tag?

Der Referenzwert der Fachgesellschaften für Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt bei 20 µg (800 IE) pro Tag, wenn die Haut kein Vitamin D bildet, also im Winter oder ohne Aufenthalt im Freien. Als tolerierbare Gesamtzufuhr nennt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 100 µg (4.000 IE) pro Tag für Erwachsene.

Ist es gesund, jeden Tag Vitamin D zu nehmen?

In üblichen Mengen ist es unbedenklich: In der VITAL-Studie nahmen 12.927 Menschen fünf Jahre lang täglich 2.000 IE, ohne mehr Nebenwirkungen als unter Placebo. Einen Nutzen bei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Knochenbrüchen oder Sterblichkeit zeigte die Studie bei diesen überwiegend gut versorgten Erwachsenen aber nicht. Die Leitlinie der Endocrine Society von 2024 rät gesunden Erwachsenen unter 75 von einer Einnahme über den Referenzwert hinaus ab.

Wo ist sehr viel Vitamin D drin?

In Fettfisch: Hering enthält 7,8 bis 25 µg pro 100 g, Lachs 16 µg. Es folgen Eigelb (5,6 µg), Makrele (4 µg), Pfifferlinge (2,1 µg) und Champignons (1,9 µg). Milch enthält 0,09 µg. Mit üblicher Kost kommen 2 bis 4 µg pro Tag zusammen, ein Fünftel bis ein Zehntel des Referenzwerts.

Wie äußert sich ein Vitamin-D-Mangel?

Ein ausgeprägter Mangel stört die Mineralisierung der Knochen: bei Kindern als Rachitis, bei Erwachsenen als Knochenerweichung (Osteomalazie) mit Knochenschmerzen und Muskelschwäche. Im Alter trägt er zu Osteoporose bei. Müdigkeit oder Infektanfälligkeit allein beweisen keinen Mangel; Sicherheit gibt nur der Blutwert.

Kann man Vitamin D überdosieren?

Ja, aber nur durch Präparate, nicht durch Sonne. Die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt bei 100 µg (4.000 IE) pro Tag. Das ist eine Vorsorgegrenze für die Dauereinnahme, keine Schwelle, ab der eine Vergiftung eintritt; ärztlich überwachte Behandlungen eines Mangels können darüber liegen. Dauerhaft deutlich überhöhte Mengen können zu Nierensteinen und Nierenverkalkung führen. Besonders gefährdet sind Säuglinge: Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung berichtete im August 2026 von einer schweren Vergiftung, nachdem ein Baby ein hochdosiertes Erwachsenenpräparat aus dem Internet bekommen hatte.

Soll man Vitamin D mit K2 kombinieren?

Ein Vorteil der Kombination ist nicht belegt. Die Verbraucherzentrale hält weder die bessere Wirkung auf die Knochen noch den Schutz vor Gefäßverkalkung für wissenschaftlich gesichert. Wer gerinnungshemmende Medikamente vom Cumarin-Typ nimmt, darf Vitamin K nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen, weil es deren Wirkung abschwächt.

Bildet die Haut Vitamin D durch eine Fensterscheibe?

Nein. Für die Bildung braucht die Haut UV-B-Strahlung, und die hält Fensterglas zurück. Auch im Solarium Vitamin D zu tanken, ist nicht sinnvoll: Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz rät wegen des Hautkrebsrisikos davon ab.

Wann nimmt man Vitamin D am besten ein?

Die Tageszeit spielt keine belegte Rolle. Vitamin D ist fettlöslich und wird deshalb üblicherweise zu einer Mahlzeit genommen. Wichtiger ist die Regelmäßigkeit: Die Endocrine Society empfiehlt für Menschen über 50 die tägliche Einnahme statt seltener hoher Einzeldosen.

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